Mit drei Kisten Zubehör und zwei Babys wurde Lucie geliefert. Darunter ein Liter Kunstblut, sechs Muttermünder, mehrere Plazenten und verschiedene Beckenteile. Lucie ist eine lebensgroße Trainingspuppe für die Geburtshilfe. Sie liegt in einem Kreißsaal-Bett und Muradiye Uzunkavak (Leitende Hebamme) und Dagmar Erdmann (stellvertretende Leitende Hebamme) simulieren mit dem Equipment verschiedene Situationen. „Man kann beispielsweise trainieren, was zu tun, ist, wenn sich die Schultern des Kindes festgeklemmt haben, üben den Muttermund zu ertasten, erfühlen wie das Baby im Bauch von Lucie liegt, einen Notkaiserschnitt simulieren, einfach alles.“
Angeschafft wurde die Puppe vom Verein „Freunde und Förderer des Klinikums Darmstadt“. „Wir haben hier rund 10 000 Euro investiert“, sagt Marion Rodehau vom Vorstand des Fördervereins, die zur Übergabe gekommen ist. Der Förderverein will insbesondere dort schnell und unbürokratisch helfen, wo medizinische Geräte oder therapeutische Angebote dringend benötigt werden, die nicht aus dem sehr engen, festgelegten Klinikbudgets finanziert werden können.
„Lucie bietet tolle Trainingsmöglichkeiten“, sagt auch Sonja Pilz, Sektionsleiterin der Geburtshilfe. „Das ist der Vorteil an einem Maximalversorger. Es gibt viel zu tun, aber auch viel zu sehen und damit zu lernen.“ Geplant sind regelmäßige Trainigstermine mit den Hebammen-Studentinnen und den Praxisanleiterinnen. „Aber wenn wir hier im Kreißsaal ruhige Momente haben, möchten wir Lucie auch für spontane Übungseinheiten nutzen“, erklären die Hebammen.

